Zampern und Speckessen

Das Zampern (Fastnachten) ist eine Tradition mit sorbischen Wurzeln aus dem Spreewald, bei der die Wintergeister vertrieben werden, damit das Frühjahr kommen kann und eine neue Zeit beginnt. Die Dorfbewohner ziehen mit einer Kapelle und bunten Kostümen von Haus zu Haus, bringen jedem Haushalt ein Ständchen und sammeln als Dankeschön Eier, Speck und Geld. Vor jedem Haus werden die Bewohner zum Tanz aufgefordert und abends in die Dorfkneipe eingeladen, wo gemeinsam gefeiert und getanzt wird. Beim Umzug können neue Leute die Alteingesessenen erstmals kennenlernen, man vertreibt den Winterblues, plant das Jahr und tritt wieder miteinander in Kontakt. So werden nicht nur der Winter, sondern auch die bösen Geister vertrieben und das Gemeinschaftsgefühl im Dorf gestärkt.

Zwei Wochen nach dem Zampern findet das Speckessen statt, dabei werden das gesammelte Geld, die Eier und der Speck gemeinsam für ein abendliches Beisammensein im Saal Dorfkneipe „Zur grünen Linde“ zubereitet. Es gibt Suppe und belegte Brote für alle, die am Zampern teilgenommen haben. Es werden zusammen Schnitten gemacht, Suppe gekocht, Buletten gebraten, der Saal eingeräumt und geschmückt. Anschließend wird gemeinsam gegessen, getrunken und getanzt, teilweise sogar mit einem kleinen Programm.