Briesener Geschichte(n)

Briesen bei Brand – ein Dorf voller Leben und Geschichte(n)

Briesen bei Brand ist ein kleines Dorf im Landkreis Dahme Spreewald im Südosten des Landes Brandenburg, mit etwa 300 Einwohnern – und mindestens genauso vielen Meinungen. Was uns verbindet, ist ein ausgeprägter Gemeinschaftsgeist, der sich besonders im Dorfclub widerspiegelt. Hier wird Geschichte nicht nur bewahrt, sondern Tag für Tag in vielen kleinen Geschichten weitergeschrieben.

Am Rande des Spreewalds, idyllisch eingebettet zwischen dem Dahmetal in den Eichbergen und Tropical Islands, liegt unser Dorf. Hier braucht man kein Navi, sondern nur jemanden, der kurz erklärt: „Immer am Schloss, Kulturzentrum und Freibad vorbei.“ Besonders das Schloss mit seinem weitläufigen Park prägt seit Beginn des 20. Jahrhunderts das Dorfbild. Erbaut wurde es vom damaligen Direktor des Berliner Metropol-Theaters, Fritz Paul Jentz.

Unser Ort hat eine lange Geschichte. 1455 erstmals urkundlich erwähnt, doch schon Jahrhunderte zuvor von Germanen und Sorben besiedelt. In Briesen bei Brand liegt die Vergangenheit manchmal wie eine zweite Schicht unter den Wegen. Geschichte begegnet einem hier nicht als Kapitel, sondern als Gefühl: in alten Hauslinien, in Flurnamen, in Erzählungen und Sagen, die weitergegeben werden wie ein gemeinsamer Schatz. Die bisher fünfteilige Dorfchronik hütet diesen Schatz, forscht weiter im Dunkel der Geschichte und dokumentiert die Gegenwart. Für die aktuellen Informationen sorgen hingegen die „Briesener Neue Nachrichten“, ein WhatsApp Dorf-Chat mit derzeit über 70 Mitgliedern, der sowohl Einheimischen als auch Zugezogenen hilft, sich im täglichen Orts-Geschehen zurechtzufinden.

Auch kulinarisch hat Briesen Tradition: Die Gaststätte „Zur grünen Linde“ führt die lange Geschichte der Dorfgastronomie fort. Schon auf einer Landkarte aus dem Jahr 1757 wird eine gastliche Stätte für unseren Ort erwähnt. Was damals auf den Teller kam, ist nicht überliefert – heute verwöhnt die „Linde“, wie sie liebevoll genannt wird, mit schmackhafter Hausmannskost und köstlichen Hefeplinsen nach uraltem Originalrezept.

Das Essen in der Kneipe ist stets saisonal: z.B. Spargel im Mai, Pfifferlinge im Juni und Wildbraten im Herbst. Im November findet an 4 Tagen das Martinsgansessen statt, natürlich mit Rotkohl, Grünkohl und Klößen. Anlässlich des Internationalen Frauentages organisiert der Ortsbeirat in der Kneipe ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Ganz bekannt ist die sogenannte „Fenstersturztorte“ der Chefin, warum sie so heißt, bleibt ihr Geheimnis. Bei Musik und Gesang begleitet die Briesener Singegruppe diese schöne Veranstaltung für und mit den Frauen.

Das Freibad und Kulturzentrum sind für viele der inoffizielle – für manche auch der offizielle – Mittelpunkt des Dorfes. Hier wird geplanscht, gegrillt, gefeiert und manchmal auch diskutiert, ob das Wasser zu kalt ist oder man sich ‚nicht so anstellen soll‘. Wer in Briesen wohnt, hat dort garantiert schon Spuren hinterlassen – zumindest nasse.

Und dann gibt’s unseren Dorfclub – die Schaltzentrale für fast alles, was im Dorf passiert. Er organisiert gemeinsam mit der Feuerwehr Feste, stärkt den Zusammenhalt und stellt immer wieder die Frage: „Was machen wir als Nächstes?“ Ohne den Dorfclub wäre Briesen vermutlich immer noch schön – aber lange nicht so lebendig, laut und liebenswert chaotisch.

Briesen bei Brand: Klein genug für familiäre Atmosphäre. Groß genug für immer neue Geschichte(n). Und so lebenswert, dass man gerne bleibt.


Chronik von Briesen bei Brand in (bisher) fünf Teilen

Wer mehr über unser Dorf erfahren möchte, kann viele weitere interessante Fakten und Geschichten aus der Briesener Vergangenheit in der Chronik von Briesen bei Brand finden. Die Chronik besteht derzeit aus fünf Teilen und wird seit 2004 von Jürgen Götze verfasst.

Info über die Chronik, Kontakt zum Autor, geplante zukünftige Teile und Bestellmöglichkeiten gibt es auf den Seiten der Chronik.