Ein ganz gewöhnlicher Tag in unserem schönen Heimatort könnte mit dem Ruf des Kranichs und einer vorüberziehenden Vogelformation beginnen. Vom Hühnerhof nebenan steht die Eierpackung schon am Gartentor. Zum Frühstück auf der Terrasse gibt es ein Gratiskonzert der unzähligen Singvögel in den Büschen und Bäumen um uns herum. Vereinzelt geben die Tiere des Dorfes einen Laut von sich -kikeriki, muh, wauwau, miau- und die ersten geschäftigen Nachbarn gehen der Gartenarbeit nach.
Jetzt einen schönen Spaziergang…. In welche Richtung soll es heute gehen? Nach Norden durch die verwunschene Kastanienallee (1) zu den Weinbergen (2), bei denen oft eine Gruppe Rehe zu beobachten ist? Nach Osten, wo sich hinter der Bahnschiene ein riesiges geschlossenes Waldgebiet (3) mit selten begangenen Wegen und teils versumpften Seen (4) erstreckt und sich im Herbst als das reinste Pilzparadies zeigt? Oder doch nach Süden, um von den Waldhügeln einen Blick auf das Schloss (5) zu erhaschen, und dann weiter zu den Eichbergen (6) zu wandern? Wir entscheiden uns für einen Gang nach Westen in die Flusslandschaft (7) der Dahme, welche durch Wiesen und Wälder mäandert, Lebensader für verschiedenste Wald- und Wassertiere ist und uns in ihrer ursprünglichen Wildheit immer wieder verzaubert.







Auf dem Weg durch das Dorf treffen wir noch eins, zwei Nachbarn am Gartenzaun zu einem Schwätzchen. So erfahren wir die eine oder andere Neuigkeit, zum Beispiel wann der Aufbau zum Neptunfest (8) beginnt, oder dass ein neues Haus im Ort gebaut wird. Ob unser Feuerwehrturm (9) vielleicht auch zum Nistplatz für Schleiereulen werden könnte, wie im Nachbardorf? Nach unserer Rückkehr entspannen wir bei herrlicher Ruhe -ausgenommen Naturgeräusche- im Garten.


Am Nachmittag treffen sich engagierte Dorfbewohner am Kulturzentrum (10) mit Sommer-Schwimmbad (11), welches von vielen Ehrenamtlichen betrieben wird und wo man zum kleinen Preis baden, spielen und die Sonnen genießen kann. Gemeinsam bereiten wir das Fest vor, welches morgen das ganze Dorf und seine Gäste in Atem halten wird. Über das Jahr verteilt gibt es einige dieser traditionellen Feste, bei denen sich Dorfclub, freiwillige Feuerwehr, ansässige Gewerbetreibende und interessierte Menschen des Dorfes einbringen.


Zum Kaffee sitzen wir vor unserem Haus in der Sonne und beobachten die Katze. Sie lebt hier im Paradies, jagt Insekten und suhlt sich im Sand. Über den Dorf-Chat erfahren wir, wer im Ort eine Fuhre Sand zu verschenken hat. Später holen wir die Ladung ab und stopfen damit einige Erdlöcher auf dem Grundstück. Nun noch ein Bierchen in der alten Dorfkneipe (12), denn wir haben uns den Feierabend verdient.
Die Sterne leuchten über Briesen so klar, wie an keinem anderen Ort. Dafür sorgt die geringe Beleuchtung, entsprechend der Bevölkerungsdichte. Ein leises Rascheln und Grunzen raunt durch die Nacht, auf der Feuchtwiese am Seegraben (13) ist wohl eine Wildschweinrotte unterwegs. Friedlich und bei absoluter Stille schlafen wir zufrieden ein.
Geschichte und Fotos von AM


